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Strichzeichnung einer Person mit Henkelkorb in der linken Hand, die auf einem Baum klettert. Im Baum ist eine Höhle, in der Bienen ihren Stock angelegt haben. Die Person möchte Honigwaben ernten, einige Bienen fliegen aufgeregt um sie herum.

Imkerei im Wandel der Zeit

Älter als wir Menschen

Bienen gibt es wohl schon seit 90 Millionen Jahren (Mittlere Kreidezeit). Die älteste Biene wurde in Bernstein eingebetet gefunden und auf 50 Millionen Jahre geschätzt.

Jäger und Honigsammler in der Steinzeit

Die älteste bekannte Darstellung einer Person, die Honig aus einer Bienenhöhle entnimmt, stammt aus Europa. Bienen schwirren aufgeregt um ihn oder sie herum.

In den Cuevas de la Arana bei Bircorp in der Nähe von Valencia, Spanien hat sich bis heute eine Höhlenmalerei aus dem Mesolithikum (um 12 000 bis 8 000 vor Christus) erhalten.

Die Biene - göttlich und hoch verehrt

Im Vorderen Orient entsteht dann die Bienenhaltung. Menschen holen sich die Bienen als Nutztiere wegen des Honigs und Wachses und stellen ihnen Behausungen zur Verfügung.

Bienen spielen bei den Alten Ägyptern eine große Rolle. 

Der König wird sogar nesut-bjtj - „König von Ober- und Unterägypten“ genannt, das auch wörtlich „der von der Biene und der von der Binse“ übersetzt wird.

Die Honigbienen (Apis mellifera lamarckii) wohnen in länglichen Tonröhren, die aufeinander gestapelt werden können. Bei der Ernte werden die Honigwaben als Scheibenhonig aus diesen Röhren geschnitten. Was zu Bruch geht, kommt in einen Ledersack und durch Pressen wird der Honig herausgequetscht. Dieser konnte dann in Gefäße abgefüllt werden.

Die Zeidler in den Waldbienengärten

In Europa entwickelte sich im Mittelalter der Beruf des „Zeidlers“, des Waldbienenimkers.

Auf Befehl des Kaisers Karl IV. (1347 bis 1378) wird der Nürnberger Reichswald in einen Bienengarten umgewandelt. Um 1350 gibt es schon 50 Zeidelgüter. Die besten Gebiete für die Bienenwirtschaft in Bayern sind die Mischwälder mit Tannen, Fichten, vielen Salweiden und anderen Laubbäumen des Fichtelgebirges, des Frankenwaldes und des Veldensteiner Forst.

Daneben bekommt die Hausimkerei eine immer größere Bedeutung. In Norddeutschland werden die Bienen nun in Bienenkörben aus Stroh gehalten.

Übrigens wurde der Diebstahl von Bienen nach dem sächsischen Recht (um 800) mit dem Tod bestraft.

Die erste Imkerschule

1769 gründete Kaiserin Maria Theresia von Österreich eine staatliche Imkerschule in Wien und setzte den berühmten Bienenforscher Anton Jascha als Direktor ein.

Im Laufe der letzten beiden Jahrhunderte werden durch die intensive Beschäftigung mit den Bienen viele herausragende Entdeckungen und wichtige Erfindungen zur Bienenhaltung gemacht, die für alle Imkerinnen und Imker von hoher Bedeutung sind.

Dies sind die Altägyptischen Hieroglyphen für den "König von Ober- und Unterägypten".